Tarifrunde M&E-Industrie 2026 Warnstreikwelle setzt sich fort - Beschäftigte machen Dampf

Frühschluss & Kundgebung bei PFAUDLER in Waghäusel

IG Metall-Fahne - im Hintergrund Beschäftigte bei einem Warnstreik

3. November 2026 3. November 2026


Warnstreik-Kundgebung in Waghäusel

Beschäftigte von PFAUDLER, TEREX und ANDRITZ Schuler Pressen setzen starkes Zeichen für 5 Prozent mehr Entgelt und sichere Arbeitsplätze.

Waghäusel – Mit einer kämpferischen Kundgebung vor dem Werk von PFAUDLER und ANDRITZ Schuler Pressen hat die IG Metall Bruchsal ihre Warnstreik-Aktivitäten in der laufenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie fortgesetzt. Neben den Beschäftigten von Pfaudler beteiligten sich auch Kolleginnen und Kollegen von Terex in Bad Schönborn sowie von Andritz Schuler Pressen in Waghäusel, die heute ebenfalls zum Warnstreik aufgerufen waren. Gemeinsam machten sie deutlich: Wir machen weiter Dampf für faire Einkommen und eine sichere Zukunft unserer Industriestandorte.

Marco Oestringer, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Bruchsal, machte in seiner Ansprache deutlich, dass die Beschäftigten nicht bereit sind, für Krisen die sie nicht verursacht haben und Missmanagement die Rechnung zu bezahlen. Er verwies auch darauf, dass die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde kein tragfähiges Angebot vorgelegt haben. Die Forderung der Beschäftigten nach 5 Prozent mehr Entgelt sowie verbindlichen Regelungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung ist fair, gut begründet und notwendig. Gleichzeitig kritisierte er, dass vielerorts nur über Kostensenkungen gesprochen wird, während Investitionen und Zukunftsperspektiven für die Belegschaften ausbleiben.

Thomas Scherz, Betriebsratsvorsitzender bei Pfaudler, betonte in seinem Redebeitrag, dass wirtschaftliche Herausforderungen nicht immer zulasten der Beschäftigten gelöst werden dürfen. Gerade in schwierigen Zeiten müsse die Frage der Verteilungsgerechtigkeit gestellt werden. Darüber hinaus unterstrich er die Bedeutung einer aktiven Zukunftssicherung für den Standort Waghäusel. Der vereinbarte und angelaufene Zukunftsdialog müsse nun mit konkreten Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungen hinterlegt werden. „Zukunftssicherung darf nicht erst beginnen, wenn Arbeitsplätze bereits gefährdet sind“, so Scherz vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Kundgebung.

Die Kundgebung machte deutlich, dass die Beschäftigten die aktuellen Herausforderungen der Industrie sehr wohl sehen. Gleichzeitig erwarten sie von den Arbeitgebern und der Politik die Übernahme von Verantwortung und Antworten auf die Fragen nach Investitionen, Innovationen, Qualifizierung und der langfristigen Sicherung industrieller Arbeitsplätze in der Region. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sendeten ein klares Signal an die Arbeitgeberseite: Gute Arbeit braucht faire Bezahlung und eine verlässliche Zukunftsperspektive.

Vielen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen von Pfaudler, Terex und Andritz Schuler Pressen für ihre starke Beteiligung und ihre Solidarität heute! Morgen geht es in Bruchsal weiter, wir zählen auf euch - Zukunft braucht Menschen und Menschen brauchen Sicherheit!

Im Downloadbereich findet ihr die besten Bilder des heutigen Warnstreiktags.

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