Die IG Metall Bruchsal kritisiert die angekündigte Schließung der Industriesparte ENOXX bei der B.PRO GmbH (Blanc & Fischer Gruppe) aufs Schärfste.
Während rund 210 Beschäftigte in Oberderdingen vor dem Nichts stehen, plant das Management zudem die Verlagerung von Teilen aus dem Cateringbereich nach Tschechien.
Die IG Metall fordert die Prüfung zum Erhalt von Arbeitsplätzen und einen fairen Sozialplan.
Die Nachricht von der Einstellung der Sparte ENOXX bis zum Jahr 2027 hat die Belegschaft im Februar in Oberderdingen tief erschüttert.
Nach drei Jahrzehnten der Loyalität, Gehaltsverzicht, Mehrarbeit ohne Bezahlung und harter Arbeit sollen 210 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun die Zeche für Managementfehler zahlen.
„Wir erleben hier einen klassischen Fall von Missmanagement, der auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird“, erklärt Dirk Becker, Geschäftsführer der IG Metall
Bruchsal. „Seit Jahren wird das Unternehmen sehenden Auges heruntergewirtschaftet.
Anstatt in den Standort Oberderdingen und moderne Maschinen zu investieren,
wurde die Industriesparte von den jeweiligen Geschäftsführern vernachlässigt.
Rentable Produkte aus dem Catering wurden nach Tschechien verlagert.“
Die Pläne der Geschäftsführung sind aus Sicht des Betriebsrats durchschaubar.
Während die Produktion in Deutschland unter dem Vorwand mangelnder Rentabilität
eingestellt wird, werden gewinnbringende Geschäftsteile nach Tschechien verlagert.
„Es geht nicht um das Überleben der Gruppe, sondern um die Maximierung der Rendite
durch Billiglöhne“, so ein Mitglied des Betriebsrats.
„Die Menschen, die B.PRO über Jahrzehnte getragen haben, verdienen Respekt
und eine echte Absicherung. Wir lassen nicht zu, dass die BLANC & FISCHER Holding
und deren Anteilseigner, sich ihrer sozialen Verantwortung entziehen“, so ein
weiteres Mitglied des Betriebsrats.
Die aktuellen Verhandlungen über einen Interessensausgleich und Sozialplan verlaufen
zäh.
Die IG Metall und der Betriebsrat fordern den Erhalt von Produktionsarbeitsplätzen
im Cateringbereich in Oberderdingen. Die geplante Verlagerung von Cateringprodukten
sieht der Betriebsrat sehr kritisch. Hier gibt es zu viele unberücksichtigte Risiken, die eine Verlagerung unrentabel machen. Es ist sinnvoller die Produktion in Oberderdingen zu belassen. Das Unternehmen besteht bis jetzt auf den Verlagerungsplänen und ist nicht bereit darüber zu diskutieren.
Für alle, die ihren Arbeitsplatz verlieren, muss es ein faires Abfindungsangebot geben,
das der Betriebszugehörigkeit und der aktuellen Lebenssituation der Betroffenen gerecht wird. Dazu gehören auch Übergänge in die Rente, sowie Transferlösungen und Qualifizierungsmaßnahmen für die Zeit nach der Schließung.
Die IG Metall Bruchsal wird gemeinsam mit dem Betriebsrat den Druck auf die Geschäftsführung erhöhen, sollte nicht ein akzeptables Angebot für einen Sozialplan auf
dem Tisch gelegt werden. „Wer ein Unternehmen gegen die Wand fährt, darf nicht
die Belegschaft dafür bestrafen“, sagen die Arbeitnehmervertreter.
Mit freundlichen Grüßen
IG Metall Bruchsal
Kontakt & Ansprechpartner: Dirk Becker