Pressemitteilung der IG Metall Bruchsal NEFF: Erste Gespräche am Standort Bretten

Arbeitgeber informiert erstmals örtlichen Betriebsrat und IG Metall

Ein Politiker hält auf einer Pressekonferenz ein Interview

19. Januar 2026 19. Januar 2026


Die Betriebsräte von Neff und HSN, der Logistik der BSH am Standort Bretten, wurden
am vergangenen Freitag erstmals von der Arbeitgeberseite über die geplante Schließung informiert.
Zu Beginn wurden die Arbeitgebervertreter von einer Abordnung der Beschäftigten
empfangen, die deutlich machten, dass die Schließungspläne absurd sind und zurückgenommen werden müssen.


„Das ist ein toller Standort, wir geben alles und wir erwirtschaften immer noch Gewinne.
Deshalb sind wir hier, um denen zu zeigen, dass man mit uns nicht alles machen
kann“ so ein Teilnehmer der Beschäftigten, die sich zu einem Spalier aufgestellt
hatten. Mit sichtlichem Unbehagen mussten sich die Arbeitgebervertreter den Weg
durch die Menge bahnen.


„Um ehrlich zu sein, es tat gut, zu sehen, dass die sich nicht wohl fühlen. So geht es
hier allen Mitarbeitern“ ergänzte eine weitere Beschäftigte.


Dies war der erste offizielle Gesprächstermin, der stattfand. Von echten Verhandlungen
kann derzeit jedoch noch keine Rede sein. Wann diese beginnen, ist offen.


Kristian Kipcic-Suta, der Betriebsratsvorsitzende von Neff:
„Neff bzw. BSH müssen jetzt erstmal die Information und Beratung, die eigentlich vor
der Entscheidung hätte stattfinden müssen, nachholen. Danach werden wir ein eigenes
Alternativkonzept vorlegen, um den Standort erhalten zu können.“


Nach Einschätzung des Betriebsrates könnte durch Insourcing die Auslastung und damit
die Kosten- und Gewinnsituation am Standort verbessert werden. Im Moment wird
nach Betriebsratsangaben ein Produkt von einem Zulieferer ins Werk zurückgeholt und
selbst gefertigt. Zu niedrigeren Kosten und mit besserer Qualität.


Beim heutigen Informationstermin wurden die Gründe der BSH dargelegt. Ein konkreter
Zeitplan wurde nicht kommuniziert. Nach Einschätzung der IG Metall fehlt jedoch
eine zwingende wirtschaftliche Notwendigkeit für die Schließung. Es gehe augenscheinlich
allein um Gewinnmaximierung.


Es wurde von der Arbeitgeberseite zugegeben, dass Bretten kein schlechter Standort
ist und einen guten Ruf innerhalb des Produktionsnetzwerks hat. 2023 wurde Neff zur
besten BSH-Fabrik ernannt.

Im Gespräch wurden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorgestellt. Neue Informationen
oder Erkenntnisse für die Betriebsräte gab es nicht. Die Diskussion war
auf Arbeitnehmerseite sehr emotional. Auch in ihren Augen geht es um eine Gewinnmaximierung, weil der Standort immer noch schwarze Zahlen schreibt. Dem wurde
von der Arbeitgeberseite nicht widersprochen.


Dirk Becker von der IG Metall Bruchsal erklärt dazu:
„Jetzt geht es in die Informationsphase. Die Wirtschaftsberater des Betriebsrates nehmen
ihre Arbeit auf und gehen tiefer in die Analyse der vorgestellten Daten. Darauf
aufbauend und mit dem Wissen der Beschäftigten wollen wir ein Alternativkonzept erstellen,
um den Produktionsstandort zu erhalten.“


HSN ist ein wichtiger zentraler Standort für die Belieferung der europäischen Standorte
und Kunden. Ob diese Arbeitsplätze erhalten werden können, wenn die Produktion bei
Neff schließt, ist ebenso noch unklar. BSH will auch diesen Standort schließen obwohl
die Arbeitsplätze nicht nur an Neff hängen.


Die IG Metall, der Betriebsrat und die Beschäftigten wollen die geplante Schließung
nicht einfach hinnehmen und werden sich wehren. Geplant sind mehrere innerbetriebliche
und öffentliche Aktionen. Begonnen werden soll mit einer Menschenkette am 30.
Januar um 17.00 Uhr (hier geht es zum Aufruf) um das Betriebsgelände von Neff und dem Logistiker HSN. Symbolisch stellen sich die Beschäftigten schützend vor ihre Arbeitsplätze.


Laut IG Metall hat die geplante Schließung Auswirkungen auf die gesamte Region.
„Der umliegende Einzelhandel muss mit Umsatzeinbußen rechnen, aber auch Firmen,
die bei und für Neff arbeiten, sind betroffen. Ebenso umliegende Gemeinden, die Einbußen
bei ihren Steuereinnahmen haben werden. Die gesamte Region wird dies spüren.
Deshalb setzen wir auf eine breite Unterstützung aus der Politik und Bevölkerung
in und um Bretten.“

IG Metall Bruchsal

Werner-von-Siemens-Str. 2-6, Gebäude 5109, 1. OG

76646 Bruchsal

Pressemeldung

NEFF: Erste Gespräche am Standort in Bretten

Arbeitgeber informiert erstmals örtlichen Betriebsrat und IG Metall

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